Podcast #4

Glem und die Wildgänse

Dort wo die Sonne untergeht und der große schneebedeckte Berg aufsteigt, wo gleich dahinter der tiefblaue See liegt, der an den duftenden Wald grenzt, wo Rehe, Hasen, Füchse, Spechte und viele andere Tiere seit jeher als Freunde zusammen leben, liegt die schönste aller Wiesen mit tausenden von blühenden Blumen. Genau hier lebt Glem.

Glem ist der jüngste Schmetterling von sieben Kindern. Jeden Tag flattert Glem mit seinen Geschwistern über die Blumenwiese. Die Wiese ist zwar ziemlich groß, trotzdem kennt hier jeder jeden. Die Bienen grüßen die Margeritenblumen, Heuschrecken zirpen den vorbeihuschenden Mäusen zu und Amseln singen den faul in der Sonne liegenden Eidechsen ein Ständchen. Darum ist es auf der Wiese am Tag nie still. Ein Summen und Brummen und Zwitschern liegt immer in der Luft. Dennoch gibt es keine Hektik. Alles ist total entspannt.

Als Glem an einem dieser Tage wieder über die Blumenwiese flatterte, sah er plötzlich eine riesige Schar an großen Vögeln vom Wald herüberfliegen und mitten in der Wiese landen. „Solche Vögel habe ich noch nie gesehen“, überlegte Glem. „Wie die wohl heißen?“ Er flatterte zu den Vögeln und fragte: „Hallo, wer seid ihr denn?“

Kaum hatte er seine Frage gestellt, da schnatterten die Vögel schon wild durcheinander los. Vor lauter Schnattern konnte er gar nicht verstehen was sie sagten. Der Fuchs, der in der Zwischenzeit auch herangelaufen war, rief Glem so laut er konnte zu: „Das sind Graugänse, Glem. Es sind Zugvögel, die im Winter in den Süden fliegen und im Sommer zu uns kommen.“ Weil man neben den Graugänsen sein eigenes Wort nicht verstehen konnte, entfernten sich Glem und der Fuchs so weit von den Vögeln bis sie sich wieder normal unterhalten konnten.

„Wie lange bleiben die Graugänse denn bei uns?“, fragte Glem den Fuchs. Der Fuchs kratzte sich mit der Pfote hinterm Ohr und meinte: „Naja, vielleicht den ganzen Sommer…“ „Und hören die auch mal mit dem Geschnatter auf?“, fragt Glem weiter. „Na sicher, die werden ja auch müde und müssen schlafen.“

Aber da hatte sich der schlaue Fuchs getäuscht. Denn Graugänse sind tag- und nachtaktiv. Das heißt, dass sie nicht nur am Tag schnattern, sondern dass sie auch einige Zeit in der Nacht wach sind um Futter zu suchen und natürlich um zu schnattern.

Als am nächsten Morgen die Sonne aufging, wachten alle Tiere mit dunklen Ringen unter den Augen auf. Bei dem Geschnatter hatte niemand auf der Blumenwiese ein Auge zugemacht. Das sollte sich auch in den nächsten Tagen nicht ändern. Die Graugänse schnatterten Tag und Nacht. Die Tiere auf der Blumenwiese überlegten, wie sie die Graugänse zum Schweigen bringen könnten, doch niemandem wollte so recht etwas einfallen. Nicht einmal der schlaue Fuchs hatte eine Idee.

Auch Glem war ratlos. Nachdenklich saß er auf einer Glockenblume und saugte an seinem Morgentee. Der Tee schmeckte gut und wirkte entspannend. Er fragte seine Mutter, die gleich neben ihm auf einer anderen Glockenblume saß: „Du Mama, was ist das eigentlich für ein Tee?“. Seine Mutter antwortete: „Das ist ein Kamillentee. Kamille ist eine Pflanze, die nicht nur bei Bauchweh hilft, sie entspannt auch. Ich dachte mir, dass dir das bei dem ständigen Geschnatter der Graugänse gut tun könnte.“

 

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Die Kamille ist eine ganz unscheinbare Pflanze mit kleinen weißen Blüten. Aber sie duftet sehr gut. Wenn du mal einer echten Kamillenpflanze über den Weg läufst, solltest du also unbedingt daran riechen. Außerdem ist sie eine Heilpflanze und wenn man daraus einen Tee herstellt, kann man damit viele Beschwerden lindern. Toll oder?

 

„Aber Mama, das ist ja genial“, rief Glem, „jetzt weiß ich, was wir gegen das Geschnatter machen können. Wir servieren den Graugänsen Kamillentee, das wird sie beruhigen.“ Auch Glems Mutter fand die Idee großartig. Sie kochten heißes Wasser in einem riesigen Teekessel auf und gaben frische Kamille dazu. Dann baten sie den Fuchs den Teekessel zu den Gänsen zu bringen. Dort servierten sie jeder Graugans in einem großen zusammengerollten Blatt den Kamillentee.

Und plötzlich, nach vielen durchgeschnatterten Tagen und Nächten wurde es auf der Blumenwiese endlich wieder angenehm still. Der Kamillentee wirkte so beruhigend auf die Gänse, dass sie gleich aufhörten zu schnattern. Und auch den Vögeln schien diese Ruhe zu gefallen. Weil es auch so bleiben sollte bekamen die Graugänse ab diesem Tag regelmäßig Kamillentee von Glem, seiner Mutter und dem schlauen Fuchs serviert. Von nun an waren die Graugänse gern gesehene Gäste auf der Blumenwiese und alle waren ein bisschen traurig, als sie im Herbst wieder in den Süden flogen.

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