Podcast #8

Glem und der Lavendel

Dort wo die Sonne untergeht und der große schneebedeckte Berg aufsteigt, wo gleich dahinter der tiefblaue See liegt, der an den duftenden Wald grenzt, wo Rehe, Hasen, Füchse, Spechte und viele andere Tiere seit jeher als Freunde zusammen leben, liegt die schönste aller Wiesen mit tausenden von blühenden Blumen. Genau hier lebt unser kleiner Schmetterling Glem.

Glem ist der jüngste Schmetterling von sieben Kindern.
Auf der Wiese, auf der Glem mit seinen Geschwistern lebte, herrschte seit kurzem eine große Aufregung. Im angrenzenden Wäldchen stand ein hoher alter Baum aus dem seit einigen Tagen richtig unheimliche Geräusche drangen. Den ganzen Tag hörte man ein schauderhaftes: „Huhu! Huhu! Huhu!“ und kein Tier wagte sich auch nur in die Nähe des Baumes.
Glem und seine Geschwister hatten wie alle anderen Insektenkinder auf der Wiese Hausaufgaben zu machen. Schließlich muss schon die kleinste Raupe wissen welche Blätter sie essen darf und welche ungenießbar sind. Glem hatte bald eine Schularbeit in Blütenkunde aber bei dem ganzen Lärm konnte er sich unmöglich aufs Lernen konzentrieren und den anderen ging es ganz genauso.

 

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Wusstest du, dass Lavendel nicht nur gut riecht? Sein Duft entspannt und beruhigt und als Tee getrunken hilft er beim Einschlafen und sorgt für eine erholsame Nachtruhe. Ein toller Strauch!

Die Insekteneltern unterhielten sich schon seit einiger Zeit und schüttelten die Köpfe. „So kann es nicht weitergehen.“ sagten sie. „Jemand muss etwas unternehmen!“ aber bis jetzt hatte sich noch niemand dazu entschließen können einmal nachsehen zu gehen.
Eines Morgens wachte Glem auf und nachdem er bei den hübschen Margeriten gefrühstückt hatte, wollte er etwas Blütenkunde lernen. Aber kaum hatte er angefangen, ging es schon wieder los: „Huhu! Huhuuuuu!“ Da hatte Glem endgültig genug. Er nahm seinen ganzen Mut zusammen und flatterte los.

Je näher er dem großen Baum kam, umso mulmiger wurde ihm zumute. Er war nicht so oft in dem kleinen Wäldchen in dem der Baum stand und kannte hier niemanden – weder Insekten noch andereTiere. Aber die Sonne schien ganz hell und freundlich und es war ruhig ringsum im Wald. Glem war schon am Fuß des großen Baumes angelangt, als plötzlich wieder das „Huhu!“ ertönte. Glem erschrak fürchterlich und versteckte sich hinter einem großen Blatt.
„Nur Mut!“ sagte er zu sich selbst und rief mit lauter Stimme:“Hallo! Wer ist denn da?“ „Huhuuu?“ machte die Stimme und fügte nach einigem Zögern hinzu:“Ich bin Frau Waldkauz und wer bist du?“ Da lachte Glem und rief:“Ich bin der kleine Schmetterling Glem! Darf ich zu dir raufkommen?“

„Aber natürlich.“ rief Frau Waldkauz zurück und gleich darauf saß Glem beim Tee in ihrer Baumhöhle. Frau Waldkauz sah müde aus. So als könnte sie die Augen gar nicht richtig offen halten.
„Darf ich dich etwas fragen?“ sagte Glem. „Warum rufst du den ganzen Tag so laut Huhu, Huhuuu?“
„Ach weißt du Glem, eigentlich schlafe ich zu dieser Tageszeit. Ich bin ein nachtaktives Tier und bin wie immer erst kurz vor Sonnenaufgang zurückgekehrt. Normalerweise teile ich diese schöne geräumige Höhle mit meiner Freundin aber sie ist für einige Tage weggeflogen um ihren Onkel den Uhu zu besuchen. Wenn wir morgens nach Hause kommen, plaudern wir immer ein bisschen, aber seit sie weg ist, kann ich nicht mehr einschlafen.“ und bei diesem Gedanken ließ sie ein langes, trauriges „Huhuuuuuu!“ hören.

„Liebe Frau Waldkauz, dagegen müssen wir etwas unternehmen.“ sagte Glem und erklärte Frau Waldkauz, dass ihr Rufen über die ganze Wiese zu hören war und alle in Angst und Schrecken versetzt hatte. „Oh nein! Das wollte ich natürlich nicht!“ rief Frau Waldkauz und schüttelte traurig den Kopf. „Aber wenn ich doch einfach nicht schlafen kann. Huhuuuuuu!“
Und so fuhr sie mit ihrer Wehklage fort, bis Glem sich verabschiedete. „Was könnte ich bloß tun, um der armen Frau Waldkauz zu helfen.“ dachte er.

Und da bemerkte der kleine Schmetterling erst, dass es schon lange nach Mittag war und wie hungrig er war. Er flog gerade am Kräutergarten der alten Bäuerin vorbei, da stieg ihm ein herrlicher Duft in die Nase. Er kam von dunkellila Blüten, die an langen eleganten Stängeln aus einem Busch schmaler blassgrüner Blätter emporwuchsen. Glem kostete davon und der Nektar schmecke herrlich. Danach sah er sich schläfrig nach einem geeigneten Ruheplätzchen um und ließ sich einfach zwischen den duftenden Lavendelblüten nieder.
Als er erwachte fühlte er sich so munter und erfrischt wie schon lange nicht mehr. „Vielleicht hat das etwas mit dem Duft dieser schönen Blüten zu tun.“ dachte er und beschloss Frau Waldkauz einige davon zu bringen.
Gesagt, getan. Frau Waldkauz freute sich wirklich sehr darüber und befestigte den kleinen Strauß mit Glems Hilfe über ihrem Nest an einem Ästchen. Glem erzählte ihr, wie er die hübschen Blumen gefunden hatte und wie gut er im Lavendelbusch geschlafen hätte. „Einen Versuch ist es ja wert.“ sage er zu Frau Waldkauz. Die aber gab ihm keine Antwort und da sah Glem, dass sie bereits tief und fest eingeschlafen war.
„Gute Nacht.“ flüsterte Glem und flatterte vergnügt nach Hause.

In den darauffolgenden Tagen waren auf der Wiese wieder nur die gewohnten Geräusche zu hören. Nur wenn der Wind sich drehte, konnte man ab und zu ein ganz leises Schnarchen aus der Baumhöhle vernehmen.
Glem konnte endlich ungestört Blütenkunde lernen und war nicht wenig überrascht, als er in seinen Büchern auch über die lila Blume stolperte, deren Duft Frau Waldkauz beim Einschlafen geholfen hatte. Sie heißt Lavendel.

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