Podcast #9

Glem und der kleine Igel

Dort wo die Sonne untergeht und der große schneebedeckte Berg aufsteigt, wo gleich dahinter der tiefblaue See liegt, der an den duftenden Wald grenzt, wo Rehe, Hasen, Füchse, Spechte und viele andere Tiere seit jeher als Freunde zusammen leben, liegt die schönste aller Wiesen mit tausenden von blühenden Blumen. Genau hier lebt unser kleiner Schmetterling Glem.

Glem ist der jüngste Schmetterling von sieben Kindern und wollte gerade aufbrechen, um seinen Freund Martin Marienkäfer zu besuchen als er es zum ersten mal hörte: „Hust! Hust!“ „Komisch,“ dachte er sich. Das kommt doch genau aus der Höhle der benachbarten Igelfamilie. Die hatten sich doch schon gestern mit einem großen Fest in den Winterschlaf verabschiedet und Glem hatte ihnen noch geholfen Moos und Blätter zusammenzutragen, damit sie es den Winter über weich und warm hätten. Normalerweise drang während der kalten Monate kein Pieps aus der Höhle nach draußen. Aber da war es schon wieder: „Hust! Hust!“ Glem flog gleich los um nachzusehen ob bei den Igeln auch alles in Ordnung wäre.

Vor der Höhle angekommen rief er: „Hallo ihr Igel! Braucht ihr vielleicht Hilfe?“ Da hörte er es rascheln und kramen. Kurz darauf ging ein gut zwischen den Zweigen verstecktes Fensterchen auf und darin erschien ein liebes aber sehr erschöpft aussehendes Igelgesicht. „Ach du bist es Glem.“ sagte Mama Igel. „Schön dich zu sehen.“ „Es ist auch schön dich zu sehen.“ antwortete Glem freundlich. „Aber solltet ihr nicht schon schlafen? wollte er wissen.
„Ja, da hast du recht Glem. Wir sollten schon längst im tiefsten Winterschlaf sein, aber der kleine Sigi hat sich schrecklich verkühlt und hustet so laut, dass wir alle nicht schlafen können.“Dann gähnte sie und es fielen ihr auch schon die Augen zu, als von hinten aus der Höhle wieder das nun schon bekannte: „Hust! Hust!“ ertönte. Mama Igel schrak hoch und sagte zu Glem:“ Entschuldige kleiner Schmetterling, ich muss mich um Sigi kümmern!“ und mit diesen Worten schloss sie das Fensterchen wieder fest zu.
Glem wollte unbedingt etwas unternehmen um der armen Igelfamilie zu helfen, denn – soviel war klar – so konnte es nicht weitergehen.

mehr lesen

Die hübschen blau-grünen Salbeiblätter mit der samtig weichen Blattoberfläche schmecken nicht nur lecker im Essen, sondern wirken auch gegen so manches Wehwehchen: Am bekanntesten ist die Wirkung von Salbeitee bei Husten und Halsschmerzen.

Aber wie konnte er den kleinen Sigi so schnell wie möglich von seinem Husten befreien? Glem hatte einmal gehört, dass es tief im Wald eine Hexe gäbe, die für alles das richtige Kraut wusste. Man munkelte, dass es eine Katze sei, die sich bei der hundertjährigen Linde niedergelassen hätte. In diesen Teil des Waldes, wo es selbst an einem hellen Sommertag kühl und dunkel war, flatterte ein Schmetterling sonst mit keinem Flügel hinein. Aber Glem wollte unbedingt ein Kraut finden, das gegen den schlimmen Husten half.

Heute war der letzte Tag im Oktober und es wurde schon früh dunkel. Als Glem zur Waldhexe aufbrach, war es schon dämmrig und zwischen den Bäumen stieg ein dichter Nebel herauf, der jedes Geräusch schluckte. Ganz still war es und Glem wurde immer unheimlicher zumute. Bald stellte er fest, dass er sich nicht mehr sicher war, in welche Richtung er fliegen musste. Eine Zeitlang flog er ziellos umher, einmal in diese Richtung, dann wieder in die andere. Er konnte sein Herz ganz laut schlagen hören. „Hallo?“ rief er zaghaft. Aber es kam keine Antwort. Das heißt – vielleicht doch? Weiter entfernt hörte er ein eigenartiges Geräusch. „Schnurrrrrrrrrrrrrr!“ machte es von dort vorne. Glem gefror das Blut in den Adern. Das konnte nur die Waldhexe sein! Er nahm seinen ganzen Mut zusammen und flog in die Richtung aus der er das Geräusch gehört hatte.

Bald konnte er einen mächtigen Baum ausmachen und wollte gerade wieder „Hallo!“ rufen, da hörte er ganz dicht neben sich ein so lautes und durchdringendes „Miaaaaaaau!“, dass er am liebsten auf der Stelle wieder nach Hause geflogen wäre. Stattdessen sagte er: „Guten Abend Waldhexe. Ich brauche deine Hilfe. Das heißt – eigentlich braucht das Igelkind Sigi deine Hilfe.“ „Er hat einen schlimmen Husten und kann nicht schlafen.“ schnurrte die Waldhexe. „Komm nur mit, ich werde dir schon das richtige Kraut mit auf den Weg geben.“ Die Waldhexe sprang mit einem geschmeidigen Satz auf den nächsten Ast. Von dort aus zeigte sie nach unten, wo zwischen tiefhängenden Ästen, eine ganze Reihe an Kisten und Dosen und Flaschen voller Kräuter und Tränke verborgen war. Geschickt sprang die Katze nach unten und landete geräuschlos auf weichen Pfoten.

„Bevor ich dir die richtige Medizin gebe, musst du aber erst eine schwere Prüfung bestehen!“ raunte die Katze und begann eine Dose nach der anderen vor Glem hinzustellen. Am Ende hatte sie sieben Stück vor ihm auf der Wiese aufgebaut. „Mit welchem Kraut kann man Aufgeregte beruhigen?“ fragte die Hexe. Glem wusste es noch von seinem Abenteuer mit den Wildgänsen und zeigte auf die Dose mit der Kamille. „Sehr gut!“ rief die Hexe erfreut. „Welches Kraut hilft gegen hohen Blutdruck?“ auch das wusste Glem noch von seinem Abenteuer bei den Brennnesseln. „Die Brennnesseln!“ rief er und wieder lobte ihn die Hexe. „Nun kommt die schwierigste Aufgabe. Mach die Augen zu und suche ein Kraut aus.“ Glem schloss die Augen und tastete nach den Kräutern. Er hatte schreckliche Angst die Brennnesseln zu erwischen. In der ersten Dose waren lange harte Stängel, die legte Glem wieder zurück. „Das war der Schachtelhalm.“ rief die Hexe. Auch den Rosmarin, die Melisse und den Hopfen ließ Glem liegen. Dann tastete er aber ein ganz besonderes Kraut, mit einem einzigartigen Duft und Blättern weich wie Samt. „Das nehme ich!“ rief er und die Hexe antwortete: „Das hast du gut gemacht Glem. Das ist Salbei und er hilft ausgezeichnet gegen Husten. Flieg damit nur schnell zum Igelkind. Wenn es einen Tee davon trinkt, dann wird es bald wieder gesund werden.“

Gesagt, getan. Die Igelfamilie war überglücklich. Sigi hatte schon zwei Tage später keinen Husten mehr und so konnten nun endlich alle Igel friedlich und glücklich durch den Winter schlafen. Und Glem? Der war sehr stolz auf sich!

Teilen:

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.
  • Nur schmetterlingsmomente.at Cookies zulassen:
    Nur Cookies von dieser Webseite.
  • Keine Tracking Cookies zulassen:
    Es werden keine Cookies gesetzt, es sei denn, es handelt sich um technisch notwendige Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz. Impressum

Zurück