Podcast #11

Glem und das Christkind

Dort wo die Sonne untergeht und der große schneebedeckte Berg aufsteigt, wo gleich dahinter der tiefblaue See liegt, der an den duftenden Wald grenzt, wo Rehe, Hasen, Füchse, Spechte und viele andere Tiere seit jeher als Freunde zusammen leben, liegt die schönste aller Wiesen mit tausenden von blühenden Blumen. Genau hier lebt unser kleiner Schmetterling Glem.

 

Glem ist der jüngste Schmetterling von sieben Kindern. Glem ist gerade sehr aufgeregt weil es nur mehr einige Tage sind, bis endlich Weihnachten ist – und Weihnachten, das bedeutet Geschenke und vor allem Kekse! Der kleine Schmetterling liebt nämlich Kekse und ganz besonders die leckeren Kokosbusserl.

Heute war ein besonders schöner Nachmittag gewesen und als Glem in der Dämmerung nochmal zum Himmel schaute, sah er erst wie wunderschön rosa und orange er sich gefärbt hatte. „Schau mal Mama!“ rief er ganz aufgeregt. „Ja da bäckt das Christkind schon Kekse für Weihnachten.“ antwortete seine Mama. „Wenn du es schaffst hinaufzufliegen, könntest du ihm vielleicht dabei helfen?“ „Das will ich gerne.“ rief Glem und war schon unterwegs Richtung Wolken. „Komm aber nicht zu spät nach Hause!“ rief ihm seine Mama noch nach.

Glem flog höher und immer höher, bis er endlich bei den Wolken angekommen war und wirklich – als er über den Rand spähte, da sah er das Christkind, wie es sich gerade über einen großen Tisch voller Backzutaten beugte. Weiter hinten war ein großer Ofen angeheizt, so dass die Wolken in seinem Schein ganz tief rosa glühten. Das sah sehr schön aus!

mehr lesen

„Guten Abend, liebes Christkind.“ sagte Glem ganz schüchtern hinter seiner Wolke hervor. „Guten Abend, Glem.“ antwortete das Christkind freundlich und sah vom Tisch mit den Backzutaten auf. „Komm doch näher! Möchtest du mir vielleicht helfen? Ich habe gerade ein großes Problem!“ Neugierig flatterte der kleine Schmetterling zum großen Tisch hinüber und sah sich die Backzutaten an. „Ich möchte Kokosbusserl backen aber ich habe gar keine Kokosraspeln – und die brauche ich unbedingt – sonst sind es ja keine Kokosbusserl.“ Glem dachte nach. Da fiel ihm ein, dass seine Mama bestimmt Kokosraspeln in der Vorratskammer hatte. Also rief er ganz aufgeregt: „Warte einen Augenblick liebes Christkind, ich bringe dir welche!“ und schon flatterte er los.

Nach unten ging es viel schneller als hinauf und es dauerte nicht lange und schon war er zuhause angekommen und fand auch gleichl den großen Sack mit den Kokosraspeln. Aber oh weh! Der Sack war ihm viel zu schwer und er konnte ihn kaum heben. Wie sollte er so einen schweren Sack jemals bis ganz nach oben in die Wolken hinauf schleppen?

Es war auch niemand zuhause. Seine Geschwister waren Schmetterlingsball spielen und seine Eltern machten gerade einen Abendausflug.
Glem nahm seine ganze Kraft zusammen und zerrte den Sack vor die Haustüre. Aber weiter konnte er ihn beim besten Willen nicht mehr schleppen. Da sah er, wie ihn zwei Krähen aus einiger Entfernung neugierig beäugten. „Könnt ihr mir helfen?“ fragte Glem. Aber die Krähen drehten sich bloß weg. „Dann kann das Christkind heute wohl keine Kokosbusserl mehr backen.“ murmelte Glem traurig. „Hast du gerade Kokosbusserl gesagt?“ krächzte da eine der beiden Krähen plötzlich und hüpfte näher. „Kokosbusserl sind unsere Lieblingskekse“ sagte die zweite. „Da helfen wir dir gerne!“ und schon nahm jede ein Ende des Sackes in ihren Schnabel und gemeinsam hatten sie den Sack mit den Kokosraspeln im Nu in die Wolken und zum Christkind gebracht.

Und wie sich das Christkind darüber freute! Es schlug die Hände zusammen und – hast du’s nicht gesehen – waren die Kokosbusserl fertig. Natürlich durften Glem und die Krähen gleich probieren. Es waren die allerbesten Kokosbusserl, die sie je gegessen hatten. Die Krähen brachen bald darauf in ihr Nest auf und durften noch einige Kokosbusserl mit nach Hause nehmen.

Es war schon spät geworden und auch Glem musste nach Hause fliegen. Als er sich vom Christkind verabschiedete, da füllte es den ganzen leeren Sack in dem die Kokosraspeln gewesen waren, mit den duftenden, frisch gebackenen Kokosbusserln.
„Keine Angst Glem. Diesen Sack kannst du ganz leicht tragen!“ sagte es zum Abschied und blies ein bisschen Sternenstaub darauf. Und wirklich – als Glem den Sack aufhob, fühlte er sich federleicht an, so als wäre gar nichts darin.

Zuhause angekommen überraschte er seine ganze Familie mit den köstlichen Kokosbusserln vom Christkind.

Teilen: