Podcast #7

Glem im Weizenfeld

Dort wo die Sonne untergeht und der große schneebedeckte Berg aufsteigt, wo gleich dahinter der tiefblaue See liegt, der an den duftenden Wald grenzt, wo Rehe, Hasen, Füchse, Spechte und viele andere Tiere seit jeher als Freunde zusammen leben, liegt die schönste aller Wiesen mit tausenden von blühenden Blumen. Genau hier lebt unser kleiner Schmetterling Glem.

Glem ist der jüngste Schmetterling von sieben Kindern.
Es war schon spät als Glems Schmetterlingsballspiel zu Ende war und es begann bereits zu dämmern. Sein Weg nach Hause führte an der Stelle vorbei, wo die Menschen in diesem Jahr Weizen angebaut hatten und Glem flog die schmale Schneise zwischen Waldrand und Feld entlang. Sein Team hatte gewonnen und so pfiff Glem fröhlich vor sich hin, als er im Weizenfeld plötzlich ein kleines Licht erspähte. Es huschte hin und her, hüpfte auf und nieder und ab und zu verlosch es kurz, nur um gleich darauf an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Was mochte das wohl sein? Vielleicht ein Sternchen, das vom Himmel gefallen war?

„Hallo! Wer bist du?“ rief Glem ins Feld hinein. Das Lichtlein flackerte kurz, gab aber keine Antwort und als sich nichts weiter regte, beschloss er nach Hause zu fliegen. Es wurde nun schon recht dunkel und der kleine Schmetterling begann sich ein bisschen zu fürchten, denn man munkelte, dass hier in der Gegend eine Fledermaus auf Insektenjagd ging. Glem beeilte sich also und einige Minuten später war er auch schon sicher zuhause angekommen. Seine Mama schimpfte ein bisschen: „Hast du geglaubt du bist ein Nachtfalter, mein kleiner Schmetterling? sagte sie und steckte ihn ins Bett.

In dieser Nacht konnte er lange nicht einschlafen. War das kleine Lichtlein am Ende eine Fee ? Oder ein anderes kleines Geistchen? Er beschloss auch am folgenden Abend zum Weizenfeld zu gehen um mehr darüber herauszufinden.

Am nächsten Tag war Glem sehr beschäftigt. Er besuchte die alte Spinne, die in der Nachbarschaft lebte und bat sie darum, einen langen Faden für ihn zu spinnen. Zum Glück spann sie für ihr Leben gerne und fertigte einen schönen robusten Spinnfaden für Glem. Er bedankte sich herzlich und nahm das Knäuel mit zum Weizenfeld, wo er ein Ende an einem nahen Baumstamm befestigte und sich das andere Ende vorsichtig um ein Bein wickelte.

Nun brauchte er nur noch auf die Dämmerung zu warten. Vorsichtig flog Glem schon ein Stück weit ins Weizenfeld hinein. Hier zwischen den Weizenhalmen würde die Fledermaus ihn nicht erspähen können, sollte sie einen abendlichen Jagdausflug unternehmen.

Glem brauchte nicht lange zu warten: Kurz nachdem die Sonne untergegangen war, tauchte auch das Lichtlein wieder auf.
Diesmal flog Glem direkt auf es zu. Aber es zu erreichen war schwieriger, als er sich das gedacht hatte, weil es immer wieder zwischen den Halmen verschwand und in einer ganz anderen Richtung wieder auftauchte.

Plötzlich sah er über sich einen lautlosen Schatten. Es war die Fledermaus! Glem schaute besorgt in den Nachthimmel. Aber über ihm bildeten die goldenen Ähren des Weizens ein schützendes Dach und die Fledermaus konnte ihn nicht entdecken.

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Wusstest du, das Weizen zu den ältesten Getreidesorten der Welt gehört? Die Menschen bauen ihn schon seit über 10.000 Jahren an. Für die Haare sind vor allem die im Weizenkeimöl enthaltenen Vitamine sehr wertvoll.

Glem bog noch einmal um die Ecke und sah sich verwundert einem kleinen, eher unscheinbaren Insekt gegenüber. Er wollte es gerade begrüßen und es fragen ob es das Lichtlein auch gesehen hatte, da begann es plötzlich hell zu leuchten! Glem hatte noch nie ein so schönes Insekt gesehen. „Ach du warst das!“ platzte es da aus Glem heraus. Das Insekt ließ sein Licht einige Male blinken bevor es mit einer dünnen heiseren Stimme antwortete: „Hallo kleiner Schmetterling. Entschuldige meine Stimme. Unsereins kommuniziert normalerweise mit Lichtsignalen, da sind meine Stimmbänder etwas eingerostet.“

Mit einem nachdenklichen Blick musterte es den kleinen Schmetterling. „Was machst du hier so spät abends? Du bist doch kein Nachtfalter?“ Da musste Glem lachen. „Nein, aber ich wollte dich unbedingt kennenlernen. Was machst du eigentlich im Weizenfeld?“ Da wurde das Glühwürmchen ganz ernst. „Ach ich habe mich hier verirrt und finde nicht mehr heraus. Ich kann nicht aus dem Schutz der Halme heraus und übers Feld hinweg fliegen, sonst fängt mich die Fledermaus und unter Tags werde ich immer so müde und schlafe ein.“ und traurig fügte es hinzu: „Du musst wohl auch bis morgen warten um wieder heraus zu finden“

Da grinste Glem und zeigte dem Glühwürmchen den Faden der Spinne, der von der Stelle an der sie standen, bis aus dem Feld hinaus zum Baumstamm führte. „Ich habe vorgesorgt.“ sagte er. Gemeinsam folgten sie dem Faden, der sie sicher und wohlbehalten zurück an den Waldrand brachte.
Glem gähnte herzhaft. Da lachte das Glühwürmchen und sagte:“ Danke, dass du mir geholfen hast kleiner Schmetterling. Nun flieg schnell nach Hause.“
Glem verabschiedete sich und flog im Schutz des Waldrandes nach Hause.

An den folgenden Tagen dachte er noch öfter an das Glühwürmchen. Eines Abends schaute er gedankenverloren zum Waldrand hinüber. Da löste sich ein einzelner Lichtpunkt aus den Büschen. Glem sah genauer hin. Es folgte noch ein weiterer Lichtpunkt und dann noch einer, bis schließlich dutzende Glühwürmchen am Waldrand einen Tanz aufführten. „Danke Glem!“ riefen sie im Chor.

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