Podcast #5

Glem hilft Martin Marienkäfer

Dort wo die Sonne untergeht und der große schneebedeckte Berg aufsteigt, wo gleich dahinter der tiefblaue See liegt, der an den duftenden Wald grenzt, wo Rehe, Hasen, Füchse, Spechte und viele andere Tiere seit jeher als Freunde zusammen leben, liegt die schönste aller Wiesen mit tausenden von blühenden Blumen. Genau hier lebt unser kleiner Schmetterling Glem.

Glem ist der jüngste Schmetterling von sieben Kindern. Jeden Tag, ganz früh morgens, trinkt Glem glitzernde Tautropfen von den grünen Blättern auf der Wiese. Dabei sieht er sich meistens schon nach hübschen Blüten um, die er später besuchen möchte um sich ihren köstlichen Nektar zu holen.

Heute fand Glem aber etwas anderes – oder besser gesagt jemand anderen. Auf einem kleinen Wiesenchampignon saß Martin Marienkäfer. Er hatte sich eine Gänseblümchenblüte auf den weißen Schirm des Pilzes geschleppt und flog eilig immer rundherum. Dabei riss er ein Blütenblatt nach dem anderen heraus und sang dabei: „Sie liebt mich. Sie liebt mich nicht. Sie liebt mich.“ Und so ging es weiter. „Guten Morgen Martin“ sagte Glem höflich. „Was machst du denn da?“ Wenn Marienkäfer nicht schon ganz rot wären, dann wäre der arme Martin jetzt von Kopf bis Fuß errötet.

„Ich bin in Mimi Marienkäfer verliebt.“ sagte er und jetzt will ich wissen ob sie mich auch mag. „Warum fragst du sie nicht einfach?“ wollte Glem wissen und erfuhr, dass er sich einfach nicht traute Mimi anzusprechen. Während des Heimflugs, dachte er angestrengt darüber nach, wie er dem schüchternen Martin helfen könnte. Weil Glem im Fliegen besser denken konnte, beschloss er einen Umweg über die Wildrosensträucher zu machen, die gerade so schön blühten.

mehr lesen

Die Wildrose sieht hübsch aus und duftet ganz toll. Aber wusstest du, dass aus ihr nach dem Verblühen eine Hagebutte wird? Hagebutten sind kleine rote Früchte, die du bestimmt schon einmal als Tee getrunken oder als Marmelade probiert hast. Das Wildrosenöl ist besonders kostbar und ein gefragter Rohstoff für viele Haut- und Haarpflegeprodukte. Ganz schön beeindruckend was alles in der kleinen Blume steckt, oder?

Auch auf ihren Blüten hatten sich noch vereinzelt Tautropfen gesammelt und als Glem gerade davon trinken wollte, bemerkte er, dass die Tropfen den Geruch der Blüten angenommen hatten und herrlich dufteten. Da kam ihm eine Idee. Bestimmt könnte Martin seine Schüchternheit überwinden, wenn er ein tolles Geschenk für Mimi hätte.

Aber Glem musste sich beeilen, denn die Sonne stieg schon höher und bald würden alle Tautropfen auf den Blütenblättern einfach verdampft sein. Der kleine Schmetterling suchte also etwas, worin er die Tautropfen aufbewahren konnte. Er flatterte zum nahen Waldrand und besah sich die Büsche und Bäume die da so wuchsen. Eicheln und Tannenzapfen eigneten sich nicht als Behälter. Da fiel sein Blick auf den alten Nussbaum. Und richtig – darunter auf dem Boden lagen noch jede Menge Nussschalen von letztem Herbst.

Glem suchte die schönste aus und flog eilig zurück zu den Wildrosensträuchern. Vorsichtig streifte er Tropfen für Tropfen in die eine Hälfte der Nussschale, bis sie randvoll mit der duftenden Flüssigkeit war. Dann legte er die zweite Hälfte darüber und band die beiden Schalen mit einer Gänseblümchenkette zusammen.

Ganz aufgeregt brachte er das Geschenk zu Martin Glühwürmchen, der sich riesig darüber freute. Er nahm seinen ganzen Mut zusammen und wollte sofort zu Mimi gehen um ihr das kostbare Geschenk zu bringen. Zusammen mit Glem machte er sich auf den Weg. Sie waren eine ganze Weile unterwegs, denn Mimi wohnte ganz am anderen Ende der Wiese bei den Himbeerhecken.

Dort begegneten sie ihr auch, als sie es sich gerade auf einem Himbeerblatt in der Sonne gemütlich machen wollte. „Hallo Martin!“ rief sie schon von weitem „Schön dich zu sehen! Du hast ja Besuch mitgebracht.“ Aber dem armen Martin hatte es schon wieder die Sprache verschlagen. Er saß nur auf dem nächstgelegenen Blatt und schaute Mimi mit weitaufgerissenen Augen an. Glem kam ihm zu Hilfe und sagte: „Hallo Mimi, ich bin Glem. Martin wollte dir gerne etwas geben.“ Da endlich fand Martin die Sprache wieder und sagte: „Schau, ich habe ein Geschenk für dich.“

Da bekam Mimi große Augen und nachdem ihr Martin erklärt hatte, dass sich in der schönen Nussschale duftendes Wildrosenwasser befand, da fiel sie ihm stürmisch um den Hals.

Von diesem Tag an sah man Martin und Mimi Marienkäfer nur noch zu zweit und wenn sie an einem vorüberflogen, dann konnte man noch eine ganze Weile nachher einen zarten Wildrosenduft in der Luft wahrnehmen.

Teilen:

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.
  • Nur schmetterlingsmomente.at Cookies zulassen:
    Nur Cookies von dieser Webseite.
  • Keine Tracking Cookies zulassen:
    Es werden keine Cookies gesetzt, es sei denn, es handelt sich um technisch notwendige Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz. Impressum

Zurück