Podcast #1

Glem bei den Brennnesseln

Dort wo die Sonne untergeht und der große schneebedeckte Berg aufsteigt, wo gleich dahinter der tiefblaue See liegt, der an den duftenden Wald grenzt, wo Rehe, Hasen, Füchse, Spechte und viele andere Tiere seit jeher als Freunde zusammen leben, liegt die schönste aller Wiesen mit tausenden von blühenden Blumen. Genau hier lebt unser kleiner Schmetterling Glem.

Glem ist der jüngste Schmetterling von sieben Kindern. Jeden Tag spielt Glem mit seinen Geschwistern auf der Wiese Fangen, nascht Nektar von den bunten Blumen oder macht in einer der vielen Glockenblumen ein kleines Schläfchen.

Genau das tat Glem auch an diesem Tag. Er hatte es sich in seiner Lieblingsglockenblume gemütlich gemacht und war knapp davor einzuschlafen, als er ein Weinen hörte. „Wer konnte das nur sein?“, überlegte Glem. Er kroch aus der Blume und hörte, dass das Weinen vom Wald kam. Ohne lange zu überlegen, flatterte er auf den Wald zu. Vielleicht brauchte ja jemand seine Hilfe.

Als er näher an den Wald heranflatterte, bemerkte er, dass das Weinen nicht nur von einer Stimme kam. Nein, hier weinten drei, vier, ja wahrscheinlich eine ganze Gruppe. Und dann sah er sie im Schatten des Waldes. Lauter Brennnesseln – und dicke Tränen kullerten von ihren Blättern. Glem erkannte die Pflanzen sofort. Sie waren größer als das Wiesengras und ihre Blätter waren dunkelgrün.

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„Warum weint ihr?“ rief Glem den Brennnesseln zu. Die Brennnesseln heulten weiter, doch eine Kleine antwortete Glem schließlich doch: „Niemand hier im Wald mag uns. Alle Tiere haben Angst, dass sie sich an unseren Blättern verbrennen.“

„Die armen Brennnesseln“, dachte Glem, „wie kann ich ihnen nur helfen?“ Glem flatterte nachdenklich hin und her als ihm plötzlich einfiel, was seine Oma ihm einmal erzählt hatte. Sie hatte ihm erklärt, dass Brennnesseln mit besonderen Heilkräften ausgestattet sind.„Ich habe eine Idee wie ich euch helfen kann“, rief Glem den Brennnesseln zu. „Jede von euch gibt mir bitte ein Blatt.“ Natürlich waren die Brennnesseln damit einverstanden. Glem sammelte alle Blätter ein. Dann holte er von zuhause einen großen Teekessel mit heißem Wasser und gab alle Brennnesselblätter hinein. Als er damit fertig war, flatterte er in den Wald und rief allen Tieren zu: „Kommt zum Nachmittagstee am Waldrand. Ihr seid alle eingeladen!“

Die Tiere ließen sich das nicht drei Mal sagen. Der Fuchs, das Reh, das Wildschein, der Dachs und alle anderen kamen. Glem schenkte jedem Tier eine Tasse Brennnesseltee ein, verriet aber nicht um was für einen Tee es sich handelt. Die Tiere schlürften und plauderten. Plötzlich wurde es still und der Fuchs, der schon ziemlich alt war rief: „Komisch. Meine Gelenkschmerzen an den Beinen sind plötzlich weg.“ Das Wildschwein, das viel durcheinander fraß, meinte: „He, ich habe kein Bauchweh mehr!“. Und der Dachs, der manchmal recht schlecht gelaunt war, weil er unter hohem Blutdruck leidet lachte fröhlich: „Unglaublich, mir geht’s plötzlich so gut.“ Alle Tiere wunderten sich, weil es ihnen auf einmal viel besser ging!

Dass Brennnesseln brennen, ist nicht alles was es über diese tollen Pflanzen zu wissen gibt. Man kann aus ihnen einen gesunden Tee machen und man kann sie sogar als Spinat essen. Wenn sie gekocht sind, dann brennen sie nämlich nicht mehr.Ihre gesunde Wirkung haben sie wegen der Ameisensäure und der Enzyme, die in ihnen stecken. Interesant oder? Für Glem besonders wichtig: Viele Schmetterlingsarten könnten ohne Brennnesseln nicht überleben, weil ihre Raupen ausschließlich ihre Blätter fressen!

 

Da ergriff Glem das Wort: „Tiere des Waldes, ihr könnte euch alle bei den Brennnesseln bedanken. Ihre Heilkräfte haben euch gesund gemacht. Sie wirken bei Darmerkrankungen, helfen bei Gliederschmerzen, senken den Blutdruck oder stärken eure Abwehrkräfte.“

Zuerst war es still. Die Tiere schämten sich ein bisschen, weil sie die Brennnesseln immer gemieden hatten, aber dann begannen alle mit den Pfoten zu klatschen und sie jubelten den Brennnesseln zu. Die Brennnesseln konnten ihr Glück nicht fassen. Jetzt waren sie die Stars.

Allein waren die Brennnesseln ab diesem Zeitpunkt auch nicht mehr. Jeden Tag kam ein Tier vorbei und bat um ein Blatt, um sich daraus einen gesunden Tee zu machen. Und auch Glem besuchte sie regelmäßig, um für seine Oma ein Blatt zu holen. Natürlich bekam Glem dann von seinen Freunden, den Brennnesseln, das schönste aller Blätter.

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