Das erste Mal Fahrradfahren

In meinem bisherigen Leben durfte ich viele großartige Momente erleben. In meinem Leben als Mama und in der Familie sind für mich die wirklich großen Momente aber die kleinen. Ich liebe es mit meiner Familie Zeit in der Natur zu verbringen und wie vor kurzem meinem „Großen“ das Fahrradfahren beizubringen. Ich verrate euch wie es bei uns geklappt hat.

Könnt ihr euch noch erinnern, als eure Eltern endlich die Stützen von eurem Fahrrad abmontierten und ihr eure ersten Versuche ohne Fahrhilfe machen konntet? Und erinnert ihr euch noch an dieses Erfolgserlebnis, als Mama und Papa euch zuriefen: „Super, du fährst ganz alleine!“
Für mich war es damals ein Gefühl wie fliegen, das mir vielleicht auch die erste Selbstsicherheit gab um in meinem Leben vieles erreichen zu können.
Um das mit euren Kleinen auch zu erleben, habe ich nun den ganzen Prozess noch einmal Revue passieren lassen und dabei einige Tipps für euch zusammengefasst.

Der richtige Zeitpunkt zum Fahrradfahren

Ein Alter festzulegen und als richtigen Zeitpunkt zum Fahrradfahren lernen zu definieren, kann man natürlich nicht. Jedes Kind ist anders und daher passt es für das eine früher und für das andere möglicherweise erst etwas später. Oft ist der Ehrgeiz der Eltern größer als jener der Kinder, aber wenn euer Kind nicht will, macht es überhaupt keinen Sinn. Mit Zwang funktioniert nichts und der Spaß geht verloren. Josef, unser Ältester, zeigte Anfangs überhaupt kein Interesse daran mit dem Tretrad zu fahren. Mit dem Laufrad begann er bereits im Alter von knapp eineinhalb Jahren herum zu flitzen. Das zu lernen ging eigentlich ganz von alleine. Auch das Halten des Gleichgewichts machte ihm überhaupt keine Probleme, sodass wir uns dachten, als er die Körpergröße für das „richtige“ Fahrrad erreicht hatte, dass das Ganze für ihn ein Kinderspiel sein würde.

Anbieten und Vorleben

Wir haben also versucht ihm einfach immer wieder die Möglichkeit zu geben, es zu probieren. Oft habe ich ihn hinten am Sattel gehalten und durch die Gegend geschoben. Dabei habe ich ihn animiert, zu treten, damit er ein Gefühl bekommt wie es funktionieren könnte. Wichtig ist, Geduld zu haben und die Zwerge im eigenen Tempo lernen zu lassen.
Wir fahren auch selber gerne mit dem Rad, und dabei konnte er uns auch oft zusehen. Noch besser ist, wenn es Cousinen, Cousins oder Freunde gibt die das Fahrradfahren bereits beherrschen und zeigen können, wie man durch die Gegend flitzt.
Auch die richtige Größe und Einstellung des Fahrrads sind wichtig. Die Sattelhöhe sollte so eingestellt sein, dass euer Kind im Sitzen den Boden locker mit beiden Füßen berührt. Der Lenker sollte so hoch sein, dass das Kind möglichst aufrecht sitzt und bequem die Griffe und die Bremse erreichen kann. Das Wichtigste von allem: HELM nicht vergessen!

Der Untergrund für den Start sollte nicht zu weich sein, sodass das Rad gut rollt und es leicht zum Treten geht. Ein kurzes, ganz leichtes Gefälle ist auch eine kleine Unterstützung, um Schwung zu bekommen.
Um eurem Kind die Möglichkeit zu geben, die ersten Meter alleine zurückzulegen, ist es wichtig, einfach nur kurz an zuschubsen – gerade so viel, dass das Rad leicht anrollt. So wird euer Kind ermutigt, selbst das Gleichgewicht zu halten und in die Pedale zu treten.

Übung macht den Meister

Wenn eure kleinen Rennfahrer die ersten Meter selbständig und sicher meistern, könnt ihr das Kurvenfahren sowie das Anfahren und punktgenaue Bremsen üben. Für eine bessere Fahrradbeherrschung könnt ihr euch kleine Spezialaufgaben überlegen, denn auch hier sollte der Spaß und die Abwechslung nicht fehlen. Wir veranstalten zum Beispiel gerne ein Schneckenrennen: Wer am langsamsten fährt, ohne dabei die Füße auf den Boden zu stellen, hat gewonnen. Oder, wie sollte es anders sein – wir bauen mit Hütchen einen Slalom bei dem jedes Tor umfahren werden sollte. Der Fantasie sind, wie immer, keine Grenzen gesetzt. Was auch immer ihr macht, lasst eure Kinder spielerisch das Radfahren verbessern und schon bald kann sich die ganze Familie für einen kleinen Ausflug in den Sattel schwingen.

Ich wünsche euch und euren Kindern viel, viel Spaß beim Radfahren lernen!

Eure Marlies Raich

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